Auf vielen Kinderspielplätzen stinkt es gewaltig. Es liegt nicht an den Spielgeräten, den Bolzplätzen, den Beachvolleyballfeldern, die sind meistens wunderbar. Aber wehe, man rennt dem Ball in die Büsche nach. Will Verstecken spielen. Oder hat ein unhaltbares dringendes Bedürfnis – oder das Kind hat eins.

Und man bemerkt zu spät: Schon andere verspürten hier Not und fanden keine Toilette.

Zum Alltag auf Hamburger Spielplätzen gehören Kinder, die ihren befleckten Schuh in der ausgestreckten Hand halten und lauthals schluchzen. Und Erwachsene, die betont unauffällig dem Ausgang entgegenschleichen, bis ihr eigen Fleisch und Blut sie mit heller Stimme bloßstellt: "Papi, warum riechst du nach A-a?"

Erfahrene Spielplatz-User führen Plastikfüßlinge mit sich. Andere legen empörten Siebenjährigen Windeln an. Es wird von Müttern berichtet, die ihre Kinder beim ersten Anzeichen panisch weg vom Spielplatz und in den nächsten Innenhof schleifen.

Zugegeben: Einige große Spielplätze, in Planten un Blomen, im Stadtpark, jetzt auch der Rissener Naturspielplatz, haben Toiletten. Solch ein Wunderwerk der Technik, sagt Jan Dube von der Behörde für Stadtentwicklung, kann eine sechsstellige Summe kosten, plus laufende Kosten. So viel gibt die Stadt nur aus, wenn der Spielplatz, so Dube, "eine Magnetwirkung über das Viertel hinaus entfaltet".

Problem: Nicht nur Familien verbringen auf Spielplätzen den Tag, auch die Belegschaften von Krippen und Kitas. Ja selbst Kinderlose – in dicht besiedelten Vierteln sind Grünflächen zur Erholung rar.

Mobile Toiletten, die zwischen mehreren Spielplätzen pendeln, wären deshalb ein Geschäftsmodell. Doch bisher hatten nur wir diese geniale Idee. "Wer will fürs Pipi schon bezahlen?", fragt ein Kioskbetreiber. Und ist erstaunt, als er hört, dass öffentliches Urinieren bis zu 75 Euro Strafe kosten kann.