Joachim Herrmann, ein Native Bavarian, also ein Mitglied der indigenen Völker im Süden Deutschlands, hat in der ARD-Sendung hart aber fair gesagt: "Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat." Welch sprachlicher Missgriff: Zweimal "wunderbar" in nur einem Satz – Herrmann formuliert, als habe er nicht mehr alle Schokoküsse in der Schachtel! Und dass sich ein Vertreter der First Nations Bavariae so an das CSU-Ehrenmitglied Roberto Blanco ranwanzt, ist auch peinlich. Für Herrmanns Karriere als CSU-Innenminister sehen wir jedenfalls dunkle Farbe mit Migrationshintergrund.

Herrmann geht es nun wie einst Blancos Puppenspieler von Mexiko der war einmal traurig und einmal froh. Traurig ist Herrmann, weil die einen ihn jetzt für jemanden halten, der mit einer Rothaut von der SPD essen geht, ein Zigeunerschnitzel bestellt und anschließend die Spesenrechnung türkt. Und froh kann er sein, weil andere meinen, er habe nur an falscher Stelle befolgt, was sein in Tunis geborener, in Beirut und Madrid aufgewachsener Parteifreund mit afrokubanischer Abstammung schon vor 43 Jahren besungen hat: Ein bisschen Spaß muss sein, dann ist die Welt voll Sonnenschein. Herrmann war immer ein wunderbarer Bazi.