Kinderzimmer gibt es noch gar nicht so lange. Vor ungefähr 200 Jahren bekamen Töchter und Söhne wohlhabender Familien in Städten immer häufiger eigene Räume. Sie wurden Studierstuben genannt, weil sie der Ort waren, an dem Kinder etwas lernen sollten. Die Möbel darin waren zuerst genau wie die von Erwachsenen, nur etwas kleiner.

Damals glaubten viele Menschen, dass Kinder kleine Erwachsene seien, die möglichst schnell groß werden sollten. Erst der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau erkannte, dass die Kindheit etwas ganz Eigenes ist – eine Zeit, in der man die Welt entdecken darf.

Das hatte große Folgen: So hatte zum Beispiel 1837 Friedrich Fröbel die Idee, einen Ort zu schaffen, an dem Kinder gemeinsam spielen und lernen konnten. Der erste Kindergarten war erfunden. Danach entstanden immer mehr Kindergärten und Vorschulen, und für die wurden eigene Möbel gebraucht. Die ersten Firmen fingen also an, Kindermöbel in großer Menge herzustellen – auch für private Wohnungen. 1885 hatten die Gebrüder Thonet dann schon Tische und Bänke für Kinder im Angebot, und den "Kinder-Schaukel-Fauteuil", einen Schaukelstuhl.

Vor ungefähr 60 Jahren merkten die Designer, dass Kinder Möbel anders benutzen als Erwachsene. Zum Beispiel können sich viele Eltern nicht vorstellen, dass ein Bett sich in ein Piratenschiff verwandelt. Für viele Kinder ist das selbstverständlich. Weil Ihr Eure Betten, Tische und Stühle zum Spielen benutzt, müssen sie viel mehr aushalten als die Möbel von Erwachsenen. Richtig toll sind sie, wenn man aus ihnen etwas Neues bauen kann, um Abenteuer zu erleben.