DIE ZEIT: Herr Gysi, wir wollen mit Ihnen heute einmal nicht über Tagespolitik, über die Linke oder Ihren angekündigten Rückzug vom Fraktionsvorsitz reden, sondern über Gefühle in der Politik.
Gregor Gysi: Aha. Und was soll das?
ZEIT: Was das soll? Das wollen wir uns ja von Ihnen erklären lassen.
Gysi: Na, dann fangen Sie mal an.
ZEIT: Sie sind in Ihrer politischen Laufbahn in besonderer Weise immer wieder von starken Gefühlen umgeben gewesen. Bei Ihrer Abschiedsrede im Juni in Bielefeld sprachen Sie etwa davon, dass Sie entweder geliebt oder gehasst wurden und dass beides anstrengend sei – dass aber die tiefe Zuneigung noch schlimmer gewesen sei als der Hass. Warum das?