Zimmer mit Anschluss

Thuan lebt mit ihrem Cousin und ihren Katzen in einer Wohnung mitten in Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Wohnung der Vietnamesin ist klein, aber sie steht Gästen offen: Thuan hat ein freies Zimmer mit Balkon, das sie für 11 Euro pro Nacht über das Portal Homestay.com vermietet. Frühstück ist inklusive. Auch bei den Homestay-Nutzern Cindy und Terry in San Francisco sind Gäste willkommen. Ihr Gästezimmer ist teurer – 93 Euro pro Nacht –, aber genau wie bei Thuan bekommt man zum kostenlosen Morgenkaffee einen Einblick in den Alltag der Gastgeber. Homestay.com schließt die Lücke zwischen Couchsurfing und Airbnb: Wer sich anmeldet, findet 20.000 Privatunterkünfte in 140 Ländern, die weniger kosten als ein Hotelzimmer, aber keine Ferienwohnungen sind. Die Besitzer wohnen unter demselben Dach, und der Plausch am Küchentisch hilft, das Reiseziel besser kennenzulernen. Weil Reisende für ihre Zimmer zahlen, entsteht – anders als beim Couchsurfing – keine Verpflichtung, selbst Gäste aufzunehmen. 15 Prozent des Zimmerpreises gehen an das Portal, den Rest erhalten die Gastgeber. Bewertungen anderer Nutzer zeigen an, wie sie so drauf sind. Wer mehr über die Umgebung oder die Hausregeln wissen will, verabredet sich vorab zum Videochat. So hat man schon vor der Abreise eine Vorstellung davon, wer einem später die Tür öffnen wird. Etwas, was in Hotels eher selten vorkommt.

Homestay.com als Webseite und iOS-App, kostenlos

Alles auf einer Karte

Der Beleg aus der Rooftop-Bar, die Visitenkarte des schicken Einrichtungsladens, der Zeitungsausriss mit der Restaurantkritik: Auf Reisen sammelt man diverse Gedächtnisstützen, um sich an schöne Orte zu erinnern. Zu Hause fischt man diese dann aus Geldbeutel und Koffer, mit dem Vorsatz, sie ordentlich aufzubewahren. Meist landen die Zettel aber nur in irgendeiner Schublade, wo man sie garantiert nicht wiederfindet, wenn Freunde zum Beispiel gute Tipps für Lissabon oder Hongkong brauchen. Mit der App Findery lassen sich solche Informationen unterwegs direkt in Landkarten eintragen – geordnet nach Orten, an denen man schon war, solchen, die man noch besuchen möchte, oder Empfehlungen für die Heimatstadt. Die Anwendung bietet in einem hübsch gestalteten Umfeld Platz für Notizen, Links und Fotos. Letztere zieht sie sich auch direkt aus Instagram, wenn man ihr das erlaubt. So entsteht ganz nebenbei eine Art virtuelles Reisenotizbuch. Mit dessen Hilfe kann man die Frage "Schatz, wie hieß noch dieser tolle Bagel-Laden in San José?" beantworten, ohne lange suchen zu müssen; oder die bessere Hälfte am Hochzeitstag mit einer Übersicht all der Orte überraschen, die für die Beziehungsgeschichte bedeutsam waren. Sind die Karten öffentlich, können auch andere darauf zugreifen. Das macht Findery zu einer Fundgrube ungewöhnlicher und zum Teil rührend persönlicher Reisetipps.

Findery.com und Findery-App für iOS und Android, kostenlos

Promille ohne Grenzen

Ein Sommerabend auf der Terrasse des Restaurants Kampa Park in Prag. Blick über die Moldau. Tolles Menü. War gar nicht so leicht, sich das zweite Glas Wein zu verkneifen. Aber einer muss ja schließlich fahren, nicht? Blöd, dass der Polizist, der einen rauswinkt, da anderer Meinung ist. In Tschechien gilt die 0,0-Promillegrenze. Der Strafzettel kostet so viel wie ein Essen für zwei. Die App "Ins Ausland fahren" listet die wichtigsten Verkehrsregeln der EU-Staaten auf: Geschwindigkeitsbegrenzungen, Telefonieren am Steuer, Helmpflicht oder eben Blutalkoholgrenzwerte. Als Übersicht nach Ländern und Vergehen geordnet – und für lange Autofahrten integriert in ein Quiz. Spielt man das oft genug, ist man vor der Reise nach Tschechien entsprechend gewarnt. Oder entscheidet sich, das nächste Mal lieber nach England zu fahren. Dort ist sogar das zweite Glas Wein meist noch drin.

Ins Ausland fahren für iOS und Android, kostenlos