Eine Gruppe Heilpraktiker fuhr in ein Tagungszentrum in Handeloh (Niedersachsen) und landete wenig später in der Notaufnahme. Diagnose: Überdosis an halluzinogenen Rauschmitteln. Die größtenteils aus Hamburg angereisten Naturheilkundler litten an Wahnvorstellungen, hatten starke Schmerzen und Krämpfe. Manche mussten im Bett fixiert werden, da ihr Verhalten mit sozialen Standards nicht mehr vereinbar war.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft, die Mitarbeiter der Tagungsstätte mit den Namen Tanzheimat Inzmühlen sind entsetzt ("Wir hatten bislang nur gute Erfahrungen!"), die Rekonvaleszenten schweigen sich aus. Ein LSD-Kater reduziert das Konversationsbedürfnis.

Rund 750 Heilpraktiker sind in Hamburg registriert, und bei allem Respekt für alternative Behandlungsverfahren: Lauert hier nicht eine Gefahr für das Gemeinwesen? "Die waren völlig außer Rand und Band!", erklärte ein Sprecher der behandelnden Asklepios-Klinik. Man sieht es vor sich: Homöopathen und Aromatherapeuten, die einen Warteraum zerlegen.

Man muss diese Gruppe im Auge behalten. Nicht auszudenken, was passiert, wenn solche Leute von Hippiedrogen auf Kokain umsteigen. Schnaubend rasen sie dann durch die Stadt und jagen Schulmediziner. Das geht nicht. Wir haben schon genug Stress mit wild gewordenen "Patrioten".