Als Dreijährige hätten sie vielleicht noch Rennfahrer geantwortet oder Prinzessin. Fragt man jedoch Jugendliche im Jahr 2015 in Deutschland, wo sie sich am ehesten bewerben würden, sind die Antworten nüchterner: Auf dem ersten Platz liegt die Polizei, gefolgt von der Bundeswehr, BMW, Porsche und Lufthansa. Der Staat und die großen Industriebetriebe versprechen Sicherheit. Das ist das Ergebnis des aktuellen Trendence-Schülerbarometers.

Seit 2006 befragt das Trendence-Institut dazu regelmäßig Tausende von Schülern der Klassen 7 bis 13. Die Arbeitgeber in den Top Ten sind dabei in den vergangenen Jahren weitgehend gleich geblieben. Weit vorne sind die Autobauer. Mit BMW, Porsche, Audi und Mercedes sind in diesem Jahr gleich vier unter den besten zehn, VW folgt auf Rang 16. Daneben haben es Adidas, Microsoft und die Medien AG von ProSieben und Sat. 1 in die Top Ten geschafft. Bei Jungs liegen vor allem Firmen aus dem technischen Bereich vorn, bei Mädchen punkten auch H&M, Hilton und die AOK. Fragt man nur angehende Abiturienten, landet außerdem das Auswärtige Amt auf Platz 10. Weitere Arbeitgeber, die es unter die besten 20 geschafft haben: Sony, Hugo Boss, die Sparkassen, Ikea, Air Berlin und der Zoll. Insgesamt interessieren sich allerdings weniger Schüler als noch 2014 für eine Stelle im öffentlichen Dienst, dafür hat der Handel aufgeholt – vor allem wenn es um Kleidung und Schuhe geht. Passend dazu ist der höchster Neueinsteiger in diesem Jahr: Deichmann auf Platz 68.

Gut ein Drittel der Schüler kann sich vorstellen, für den Job später umzuziehen. Mädchen geben sich dabei mit 42 Prozent etwas mobiler als Jungs mit 31 Prozent. Die Traumstädte sind aber die gleichen: Berlin, gefolgt von Hamburg.

Die größte Hilfe bei der Berufswahl sind übrigens die Eltern. Mehr als 75 Prozent der Jugendlichen fanden die Gespräche mit Mama und Papa hilfreich. Der Austausch mit Freunden half nur 40 Prozent weiter. Lehrer kommen auf 25 Prozent, Berufsberater an der Schule und im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur jeweils auf knapp 15 Prozent.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 40 vom 01.10.2015.

Wenn es darum geht, sich Informationen zu besorgen, setzen sich die meisten Schüler zuerst an den Computer. Etwa die Hälfte gab an, im vergangenen Schuljahr im Internet über Berufsthemen recherchiert zu haben, rund ein Drittel nutzte Online-Netzwerke. Bei der Recherche im Internet war für zwei Drittel die Suchmaschine Google die erste Anlaufstelle, knapp 30 Prozent steuerten direkt die Websites von Firmen an.

Um sich über ihre Berufsmöglichkeiten zu informieren, schlagen die Jugendlichen außerdem diese Wege ein: Berufsberatung (45 Prozent), ein Praktikum oder Ferienjob (44 Prozent), Broschüren und Infomaterial durchschauen (39 Prozent), Besuch von Ausbildungsmessen (31 Prozent), Tag der offenen Tür an einer Hochschule (14 Prozent), ein Schnupperstudium (4 Prozent).

Nur 7 Prozent sagen übrigens: Ich habe mich zum Thema Beruf und Karriere noch nicht informiert.

Vielleicht sind das die, die immer noch von einem Leben als Rennfahrer oder Prinzessin träumen.