Kann man etwas fotografieren, das gar nicht da ist? Der Italiener Stefano Cerio tut genau das. Sein Band "Chinese Fun", aufgenommen in den Millionenstädten Chinas, stellt menschenleere Bilder vor, die vor allem eins sind: gar nicht lustig. Zu sehen sind entvölkerte Freizeitparks, verwaiste Brautpaarkulissen und Achterbahngleise, die ins Nichts zu führen scheinen, wie hier im Innenhof eines Bürokomplexes in Qingdao. Zwischen staubigen Kunstpalmen und diesiger Luft lässt Cerio das Glück verwahrlosen. Alle Bilder haben diesen Pastellstich. Als ob da einer Trost spenden wollte: "Bald kommt jemand, vielleicht." In Wahrheit ist es die Luftverschmutzung dort.