Alle warten auf den Januar. Dann präsentiert die Kommission unter Leitung des Schweizer Wissenschaftsmanagers Dieter Imboden ihr Gutachten zur Exzellenzinitiative. Die internationalen Experten sollen der Politik empfehlen, wie es nach 2017 weitergeht.

Jetzt liegt erstmals der Programmbericht öffentlich vor, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat an Bund und Länder geschickt haben, einer der wichtigsten Datensätze der Imboden-Kommission. Die Aussagen der beiden Organisationen sind mit Vorsicht zu behandeln, sie haben die Initiative im Auftrag der Politik umgesetzt. Laut Bericht gebe es "zahlreiche direkte und indirekte Hinweise", dass die Exzellenzinitiative die beabsichtigten Wirkungen erzielt habe: größere Gestaltungsfreiräume für die Forschung, eine "Dynamisierung des Wissenschaftssystems", teilweise eine Neuausrichtung der Personalpolitik. Im Ergebnis habe sich das Ansehen der deutschen Wissenschaft im In- und Ausland erheblich verbessert.

Skeptische Töne findet man in einer Studie, die zwei externe Forschungsinstitute zum Bericht beigesteuert haben. In einer Umfrage kritisierten an den Exzellenzverbünden beteiligte Wissenschaftler die vergrößerte Kluft zwischen Forschungsgebieten mit vermeintlich mehr oder weniger Prestige. Die befragten Wissenschaftler profitieren selbst von der Förderung – wie hätten sich erst die nicht geförderten Forscher geäußert?

DFG und Wissenschaftsrat zeigen Kante, wenn es um die Weiterentwicklung des Wettbewerbs geht: Wichtigste Erfolgsfaktoren der Exzellenzinitiative seien ihr Eliteanspruch, die Förderung bester Forschung und strikte Qualitätsauswahl. Die Botschaft: keine Aufweichung! Im Januar 2016 wird die Imboden-Kommission darauf reagieren.