"Hallo, hier ist die Susi, könnt ihr auch nach Tonndorf kommen?" Planänderung, Susi hat ihr Training verschoben und lädt zum Gespräch nicht in ihr Boxstudio, sondern in eine Restaurantkette nach Wandsbek. Ihr Name prangt auf dem schwarzen Trainingsanzug, das Gesicht ist perfekt geschminkt. Ihr Handy liegt während des Gesprächs neben ihr; sie beantwortet Nachrichten, checkt Twitter, Instagram und Facebook, telefoniert und entschuldigt sich jedes Mal, es sei gerade so viel los: hat ihre eigene Box-Promotion gegründet, sie macht jetzt alles selbst. Ihren ersten Kampf in Eigenregie boxt sie am 2. Oktober in der Inselparkhalle in Wilhelmsburg gegen die Mexikanerin Susana Cruz Perez. Es geht um gleich zwei WM-Titel.
Aus der Serie:
Über Geld spricht man (nicht)
Susi Kentikian: "Es gab viele, die mich abziehen wollten"
Susi Kentikian kam als Flüchtling nach Hamburg und war so arm, dass sie klaute. Dann wurde sie Profiboxerin – und plötzlich reich. Jetzt steht sie wieder im Ring, erstmals auf eigene Rechnung.