Bella, Donna, Laura. Man hat sich daran gewöhnt, dass Frauenzeitschriften wie die Heldinnen aus Groschenromanen heißen. Dass sie nun nach Personen des Unterhaltungsbetriebs benannt werden, ist zumindest in Deutschland neu: An diesem Donnerstag erscheint Barbara, ein Magazin des Gruner + Jahr-Verlags, von, über und mit Barbara Schöneberger.

Schöneberger gilt als heitere Wuchtbrumme des anspruchsvollen Spartenfernsehens (NDR Talkshow) und bedingt anspruchsvoller Spartenmoderationen (Goldenes Lenkrad, Duftstars). Nach eigenem Bekunden hat sie sich in letzter Zeit gefragt, "was eigentlich geschehen soll, wenn es im Fernsehen nicht mehr so läuft". So gesehen wäre das Magazin Barbara der Prozess einer Umschulung in gedruckter Form, zumal Frau Schöneberger als Autorin und Interviewerin eifrig mitarbeitet. Die Leserin kann quasi Schönebergers Redaktionspraktikum von Nummer zu Nummer mitverfolgen. Das gibt all jenen Hoffnung, die sich in ihren Jobs gefangen fühlen, aber nicht den Mut finden umzusatteln.

Zwei Trends sind auszumachen: Frauenzeitschriften verlängern ihr Markenimage in die konkrete Wirklichkeit, bieten Coachingkurse an (Emotion, Myself) und eröffnen Cafés (Glamour, demnächst auch in Hamburg). Und mit Barbara kommt nun die komplementäre Idee: die Übersetzung real existierender Persönlichkeitsprofile in Journalismus.

Was folgt als Nächstes? Selbstverteidigungskurse des Waffenjournals? Tantraworkshops des Playboys? Und umgekehrt: Wird es bald maßgeschneiderte Politikermagazine geben? Olaf – Das Fleißheft. Neue Männerillustrierte? Til! Dem Mann sein Magazin!! Die Zuspitzung dieser Geschäftsidee muss nicht nur Kulturpessimisten verstören.