Zutrauen, das wissen wir aus Julia Klöckners Buch Zutrauen – Ideen statt Ideologien. Was mir in der Politik wichtig ist, ist Julia Klöckner in der Politik wichtig. Und Ideen sind es auch, wichtiger jedenfalls – ohne dass wir zu viel aus dem Inhalt verraten wollen – als Ideologien.

Bücherschreiben ist unter Menschen, die entweder rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin werden wollen oder es schon sind, gerade sehr angesagt. Schließlich kann es ja nicht schaden, wenn demnächst eine Wahl ansteht, die Politstrategen für die reizvollste halten, seit Paris sich für Aphrodite entschied und die Wähler zwischen Mainz und Trier ein bisschen mehr zu sehen bekommen sollten als einen Apfel der Eris. Das auf viel zu vielen Seiten hingeblätterte Leben zweier Hoffnungsträgerinnen zum Beispiel. Dann können sie selbst entscheiden, welcher Umgangston ihnen lieber ist: der süßlich-kitschig dahingesäuselte Die Zukunft ist meine Freundin -SPD-Schmu der Malu Dreyer – oder der dahingebellte " Zutrauen! "-Befehl der CDU-Domina Julia Klöckner. Vielleicht, wenn man das als Mann mal sagen darf, war unter Kurt Beck ja doch nicht alles schlecht.

Unter den Dingen, die in Politiker-Büchern so überflüssig sind wie Meinungsumfragen am Wahltag, ist der Fragebogen. "Julia Klöckner persönlich" ist ein echter Rausreißer nach unten. Der Leser erfährt, dass Julia Klöckner in 20 Jahren "zwei Jahrzehnte älter" sein möchte. An der FDP gefällt ihr, "dass sie sich sammelt und Kraft gewinnt", an der SPD, "dass sie eine stolze Partei ist", an den Grünen, "dass sie viele Debatten vorangebracht haben", und an den Linken gefällt ihr Dietmar Bartsch, "der unterhaltsame Gesprächspartner". Das größte Unglück ist für Klöckner, "der Verlust geliebter Menschen", "Hunde und Katzen" sind ihre Lieblingstiere, "weiße Rosen und bunte Tulpen" ihre Lieblingsblumen, und wenn ein Kind sie umarmt, dann "lasse ich nie als Erstes los". Was halt so rauskommt, wenn man seinen inneren Schreibcomputer auf "mehrheitsfähig" gestellt hat.

Wenige Umstellungen – und der Fragebogen wäre ein echter Knaller: Mir gefällt an der FDP ... "der Verlust geliebter Menschen". Das größte Unglück ist für mich ... "die Grünen. Und Hunde und Katzen natürlich." Und: Wenn mich Dietmar Bartsch umarmt ... "lasse ich nie als Erste los". Ideen statt Ideologie. Ein bisschen mehr Zutrauen! – und die Zukunft ist nicht Julias Freundin.