Es gibt Berufe, bei denen man sich wundern kann, warum diejenigen, die sie ausüben, nicht häufiger aneinandergeraten. Schon deshalb, weil es an einigen Orten so viele Geschäfte auf so engem Raum gibt, dass es nicht ersichtlich ist, wie sie alle überleben können.

Wie, zum Beispiel, soll man verstehen, dass es auf dem Steindamm so viele Dönerläden gibt? Das ist doch nicht logisch!

Logisch ist in dieser Hinsicht aber, was sich vergangene Woche in Winsen an der Luhe zugetragen hat. Dort haben sich, nach Angaben der Polizei, die Inhaber zweier Friseurläden in die, nun ja, Haare gekriegt. Und nicht nur sie. Auch ihre Freunde und Freundesfreunde und vielleicht auch ihre Brüder. Über 40 Menschen waren an der Massenprügelei in der Bahnhofstraße beteiligt. 25 Beamte waren im Einsatz, selbst Polizisten aus Stade wurden für die Friseure in Bewegung gesetzt. Sie durften allerdings auf halbem Weg umkehren, nachdem sich die Situation beruhigt hatte.

Was war geschehen? Es sollen Konkurrenzstreitigkeiten zwischen türkischen und kurdischen Haargestaltern gewesen sein, ist jetzt zu lesen. Welche Art von Streitigkeiten das gewesen sind, wird nicht präzisiert. Es mag einen politischen Hintergrund geben. Es könnte sich aber auch Folgendes zugetragen haben:

"Alter, ich hab dem Ruben gerade den schönsten Undercut der Welt geschnitten."

"Was denn, Alter? Den schönsten Undercut? Den hab ich vor ’ner Woche der Diana geschnitten. Als Dank hilft die mir jetzt auch im Laden beim Umbauen."

"Umhauen? Weißt du, was dich gleich umhaut?" (patsch, rechter Haken)

"Umbauen hab ich gesagt! Aber jetzt zeig ich dir, wer den besten Undercut der Welt hat!" (Faust direkt unters Auge. Blut spritzt)

"Na warte, ich zeig’s dir! Das ist ja wohl die Hairte!"