Alles auf null, alles neu, alles andere ist vorbei – so geht es gerade Hunderttausenden Erstsemestern, die aus ihren Heimatorten an die Unis strömen. Viele müssen sich nun entscheiden: Sollen sie neben dem Studium noch Zusatzprogramme belegen, die die Hochschulen seit einigen Jahren häufiger anbieten? Also Kurse, die Wissenslücken schließen oder die Studenten durch den Uni-Alltag begleiten?

Eine bislang unveröffentlichte Sonderauswertung des Studierendensurveys, des wichtigsten Pulsmessers der Studenten, gibt eine klare Antwort: Ja, sollten sie! Und zwar alle, auch die guten Abiturienten. Die Kurse sind auch eine Reaktion auf eine immer größere Zahl an Studenten, die eine immer unterschiedlichere Vorbildung mitbringen. Doch bislang, so steht es in der Studie, schade vielen Angeboten das "Image, sie seien vor allem für die weniger klugen oder irgendwie beeinträchtigten Studierenden eingerichtet".

Dabei bringen die Extrakurse allen Studenten etwas, den schwächeren wie den guten. Zwei Drittel bewerteten sie in der Umfrage als nützlich; je häufiger sie die Programme besuchten, desto eher. "Die Studenten lernen, ihre eigenen Kompetenzen besser einzuschätzen, zudem nutzt ihnen der Koko-Effekt – die Kommunikation mit den Kommilitonen", sagt Studienautor Tino Bargel. Überraschend deutlich sei auch die Zufriedenheit der Erstsemester mit den Studienbedingungen gestiegen.

Einige Vorreiterprogramme wurden durch das Bund-Länder-Programm Qualitätspakt Lehre gefördert. Angesichts des Erfolges fordert Bundesbildungsministerin Johanna Wanka nun, dass mehr Unis ähnliche Programme auflegen: "Es lohnt sich, die Studieneingangsphase besser zu gestalten. Deshalb wäre es sehr wünschenswert, dass alle Hochschulen möglichst zügig Angebote zur Studieneinführung auf den Weg bringen oder ausbauen."