Vielleicht muss man die Panikmacher und Einpeitscher einfach ertragen, genauso wie den Dresdner Villenbewohner und Pegida-Fan, dem es übel wird bei der Vorstellung, er müsse beim Toleranzsingen in der Semperoper neben einem Asylbewerber mit Freikarte sitzen. Nicht ignorieren aber darf man die kritische Masse der Mitläufer, jene Gestalten, die Sigmar Gabriel als "Pack" beschimpft, anstatt sich zu fragen, warum das Pack seine biegsame Mittelschichtspartei einfach nicht mehr wählen will. Die Rede ist von den Gelegenheitsdemonstranten und den Fremdenfeinden aus dem Verbitterungsmilieu – von Tagelöhnern, Leiharbeitern und Dienstleistungsproletariern, die nichts gegen den Kapitalismus haben, sich aber trotzdem von ihm betrogen fühlen.
Flüchtlingskrise: Unsere Willkommenskultur