Andacht

Ein fester Andacht- oder Gottesdiensttermin pro Woche kann in konfessionellen Schulen auf dem Stundenplan stehen wie Mathe und Deutsch. An vielen katholischen und manchen evangelischen Schulen ist es auch üblich, den Unterricht mit einem Morgengebet in der Klasse zu beginnen.

Demokratische Mitbestimmung

Was, wann und wie gelernt wird, bestimmen Schüler, Lehrer und zum Teil auch Eltern an demokratischen Schulen und anderen freien Alternativschulen selbst. Die Schulversammlung kann darüber entscheiden, wie der Schultag strukturiert sein soll, welches Thema bei der nächsten Projektwoche im Mittelpunkt steht und welche Mitarbeiter eingestellt werden.

Epochenunterricht

Damit beginnt jeden Vormittag der Unterricht an der Waldorfschule. Über drei bis vier Wochen beschäftigen sich die Schüler eine Doppelstunde lang mit einem bestimmten Thema, wie etwa Bruchrechnen oder dem Alexanderzug. Neben den reinen Wissensinhalten gibt es auch künstlerische Elemente. Beim Bruchrechnen ist zum Beispiel ein Einstieg mit rhythmischen Klatschübungen denkbar, beim Alexanderzug erzählt der Lehrer vielleicht erst einmal die Geschichte, wie der Feldherr das Pferd Bukephalos gezähmt haben soll. Zum Unterricht gehört auch, dass jeder Schüler selbstständig ein Heft zur jeweiligen Epoche gestaltet, quasi ein eigenes Schulbuch. Epochenunterricht gibt es in Deutsch, Mathe, Geschichte, Geografie und den Naturwissenschaften. Andere Fächer, wie etwa die Fremdsprachen, Musik und Sport stehen regelmäßig jede Woche auf dem Stundenplan.

Erdkinderplan

Dahinter verbirgt sich ein praktisches Projekt, das Montessori-Schulen vor allem in der Mittel- und Oberstufe einsetzen. Ursprünglich sollte es dabei um landwirtschaftliche Themen gehen. Und auch heute noch gibt es Schulen, in denen die Jugendlichen über einen längeren Zeitraum regelmäßig einen Bauernhof besuchen und dort lernen, wie man mit Tieren umgeht und was sich aus Getreide herstellen lässt. In der Stadt kann der Erdkinderplan aber auch darin bestehen, ein Pausencafé zu betreiben oder den Schulgarten zu betreuen.

Ethische Reflexion

Konfessionelle Schulen setzen damit einen besonderen Schwerpunkt. Ob Erdkunde, Biologie oder Politik: Immer geht es neben den reinen Wissensinhalten auch darum, eine ethische Dimension im Sinne des christlichen Glaubens mitzudenken. Etwa, wenn es um die aktuelle Flüchtlingsdebatte geht oder um neue Gentechnik-Methoden. Dürfen wir alles, was möglich ist?, könnte eine Frage dazu lauten.

Eurythmie

Den eigenen Namen tanzen Waldorfschüler normalerweise nicht. Vielmehr sollen sie im Eurythmieunterricht lernen, den Raum zu gestalten und eine Wahrnehmung sowohl für ihren eigenen Körper als auch gegenüber den anderen Schülern zu entwickeln. Bei der Eurythmie setzen Schüler von Waldorfschulen Sprache oder Musik in einer Choreografie künstlerisch um. Jeder Laut, jeder Ton, jedes Intervall hat dabei eine bestimmte Bewegungsform, die sich lernen lässt wie ein Alphabet. Eurythmie ist deshalb eine gute Übung zur Konzentration und Koordination.

Immersion

An bilingualen Schulen wird der Unterrichtsstoff in zwei Sprachen vermittelt, meist auf Deutsch und Englisch, zum Teil aber auch auf Französisch, Spanisch oder Italienisch. Frei nach dem lateinischen Wortursprung sollen die Schüler dabei in die Fremdsprache eintauchen. Einige Lehrer sprechen deshalb in allen Unterrichtsstunden, etwa Mathe oder Musik, die fremde Sprache. So soll diese quasi nebenbei erlernt werden. Auf die Grammatik kommt es zunächst weniger an. An internationalen Schulen findet der Unterricht in der Regel komplett auf Englisch statt.

Lernbegleiter

Einen Lehrer, der noch vorne an der Tafel steht und doziert, findet man an den wenigsten Privatschulen. Lernbegleiter werden die Pädagogen stattdessen oft genannt. Sie beobachten, versuchen die Schüler zu motivieren und haben einen genauen Blick dafür, wie weit das einzelne Kind im Lernstoff vorankommt und welche Unterstützung es dafür braucht. Neben Montessori- und Jenaplan-Schulen arbeiten auch die demokratischen Schulen auf diese Weise.

Pensenheft

Sobald sie schreiben können, dokumentieren Montessori-Schüler darin ihren Lernfortschritt. Eltern gewinnen so einen guten Überblick, wo das Kind steht, denn in den ersten Jahren gibt es keine Noten im Zeugnis, sondern einen Entwicklungsbericht. Das Pensenheft kann – je nach Schulart – auch andere Namen tragen, wie etwa Berichtsheft. Inzwischen haben auch etliche staatliche Schulen solche Berichtshefte oder Logbücher eingeführt, in denen Schüler selbstständig ihre Fortschritte festhalten.

Selbstbestimmtes Lernen

An demokratischen Schulen findet man kaum klassischen Unterricht. Die Schüler arbeiten in offenen Gruppen zusammen, fragen sich gegenseitig ab und erklären einander Inhalte. Zum Teil gibt es Angebote, für die man sich verbindlich entscheidet. Dann bietet ein Pädagoge am Mittwochnachmittag physikalische Experimente an, ein anderer einen Kurs zu englischen Theaterstücken. Oder es finden Projektwochen statt, in denen sich die ganze Schule mit einem Thema wie dem Klimawandel beschäftigt und die Ergebnisse abschließend vor den Eltern präsentiert. Die Pädagogen sollen die Kinder beobachten: Welche Angebote nehmen sie wahr? Wann sind sie konzentriert? Wie ließen sich fehlende Wissensbereiche abdecken? Auch an Montessori-Schulen suchen sich Schüler oft selbst aus, womit sie sich beschäftigen. So sollen sie weder über- noch unterfordert werden.

Vorbereitete Umgebung

Die Pädagogin Maria Montessori hat bestimmte Lernmaterialien entwickelt. Für Mathe zum Beispiel Ketten mit fünf, zehn und hundert Perlen darauf, mit deren Hilfe die Grundschüler Zahlengrößen besser erfassen können. Sandpapierbuchstaben sollen dabei helfen, sich ganz praktisch mit dem ABC vertraut zu machen. Diese spezielle vorbereitende Umgebung gibt es vor allem für Grundschüler. Später liegt dann vielleicht ein Stapel Bücher bereit, wenn es darum geht, sich mit der Französischen Revolution zu beschäftigen.

Werkunterricht

Handarbeit steht an Waldorfschulen von der ersten Klasse an auf dem Stundenplan. Ab der vierten oder fünften Klasse kommt der Werkunterricht hinzu. Die Schüler lernen, wie man schnitzt, einen Schrank baut und Metalle verarbeitet. So sollen sie nicht nur kognitiv gefördert werden, sondern ebenso künstlerisch und handwerklich-praktisch.

Zeigekreis

Im Zeigekreis bringen die Schüler jeweils ein Objekt mit, das sie der Gruppe gerne vorstellen möchten. An Jenaplan-Schulen gibt es aber auch Problemkreise, Gesprächskreise, Erzählkreise und Spielekreise. Die Kinder lernen so das freie Sprechen und das soziale Miteinander. Die Kreise beruhen auf den vier Elementen, auf denen die Jenaplan-Pädagogik fußt: Gespräch, Spiel, Arbeit und Feier.