Sein Vater war Geiger und Musiklehrer, seine Mutter gab Klavierunterricht. "Bei uns zu Hause gehörte Musik zu den Grundnahrungsmitteln", erzählte er gern und ahnte schon als Siebenjähriger, wie sehr ihn das prägen würde. Da lauschte er im Konzertsaal Debussys Nocturnes – mit Folgen. "In der zweiten Nocturne, Fêtes, gibt es diese Stelle, an der aus der Ferne plötzlich drei Trompeten erklingen. Dieser Moment hat mich sofort verzaubert. Von da an wusste ich: Das möchte ich einmal machen!" Freilich blieb zunächst offen, auf welche Art.

Mit 16 studierte er Klavier und Komposition; später kam hinzu, was ihn weltberühmt machen würde. Mit 35 Jahren stand er schon weit oben, doch jeder Hype um seine Person missfiel ihm. Selbst wenn er das Alphatier gab, sah er sich doch zuerst als "Diener der Musik", als Vermittler von Kunst, als Förderer junger Menschen. Ihm ging es um das Ganze. Darum, den magischen Moment der Kindheit für sich und andere spürbar zu machen: "Ich werde nie aufhören, mich danach zu sehnen." Seine Mission führte ihn in die Metropolen, Chicago, London, Wien. Dann, älter werdend, zog es ihn zurück in die Heimatregion, die er sich grüner wünschte, als sie war.

Auch die Natur war ihm ja stets Sehnsuchtsort: Der Großvater, ein Altertums- und Sprachforscher, hatte den Buben oft auf Bergwanderungen mitgenommen und ihn damit geprägt. Auf 2.000 Meter Höhe entdeckte er, der selbst dreimal Vater wurde, dann den Ort, an dem er ungestört der Musik lauschen konnte. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 45:

Als Fünfjährige wurde Katharina von Bora (1499 bis 1552) ins Kloster Nimbschen bei Grimma gebracht. 1523 floh sie nach Wittenberg und heiratete 1525 Martin Luther, der sie respektvoll "Herr Käthe" titulierte, war sie doch tatsächlich der Herr im Haus