Im Schwäbischen, der Heimat des Freiheits-Poeten Friedrich Schiller, haben sie ein Menschenrecht eingeschränkt, das im Ungarischen, dem Land des Unfreiheits-Apostels Viktor Orbán, unterdrückte Gefühle entfesselt: das Recht auf graue Jogginghose.

Freiheit, wie Schiller wusste, kann man einem zwar lassen, aber nicht geben. Folglich haben sich zwei Schulleiterinnen aus Schwieberdingen die Freiheit genommen, Jogginghosen aus ihrem Machtbereich zu bannen. Schließlich heißt es beim Freiheits-Fritz: Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, und würd’ er in Ketten geboren. Und nicht: und würde er in Jogginghose erscheinen.

Dumm ist nur, dass nun das autoritäre Ungarn das liberale Schwaben engherzig erscheinen lässt: Die Ungarn feiern nicht Gábor Király, ihren Nationaltorwart, der dafür gesorgt hat, dass sie nach 44 Jahren wieder an einer Fußball-Europameisterschaft teilnehmen dürfen – sie feiern Királys Jogginghose. Jenes graue Schlabberteil, mit dem der 39-Jährige seit Jahrzehnten jeder Fußballmode trotzt. Die Jogginghose darf nicht in die Schule, aber zur EM. Dass wir den Schwaben folgenden Tipp geben müssen, zeigt, wie Schillers Erbe vor die Badener gegangen ist: Mehr Ungarn wagen!