Stellen wir uns vor, Hamburg und Berlin wären ein Paar. Über die Rollenverteilung müsste wohl nicht lang diskutiert werden: Berlin würde die Nächte durchfeiern, irgendwann völlig betrunken nach Hause kommen und dann merken, dass es – ups – den Schlüssel vergessen hat. Also würde es Hamburg aus dem Bett klingeln, mit einer gehörigen Alkoholfahne von den nächtlichen Abenteuern berichten und sich bei der Gelegenheit gleich noch ein reichhaltiges Katerfrühstück bereiten lassen. Klar, dass Hamburg dann auch bald los müsste, zur Arbeit.

Klischee? Realität! Eine Variante dieser Erzählung spielte sich in der Hauptstadt gerade an einem Filmset ab. Seit Monaten wird in Berlin die fünfte Staffel der US-Serie Homeland mit Claire Danes gedreht. Aber als am Set einige Gepäcktrolleys gebraucht wurden, war man aufgeschmissen. Ja, die Stadt hat zweieinhalb Flughäfen. Aber Gepäckwagen? Nicht aufzutreiben, nirgends.

Aus Hamburger Sicht wäre es nun einfach, zu sticheln, zu lästern, sich lustig zu machen. Am Pannen-BER müssten doch Tausende Trolleys stehen, die sehnlichst auf einen Einsatz warten. Haha. Und wer Glamour kann, muss ja wohl auch für die Hardware sorgen können.

Aber, völlig klar, Sprüche reißen, das wäre unter dem Niveau. Hamburger machen keine großen Worte, sondern tun, was getan werden muss. Also packten sie am Hamburger Airport kurzerhand 103 Gepäcktrolleys in zwei Lkw und schickten sie für eine kleine Gebühr nach Berlin. Fertig. Irgendjemand muss ja dafür sorgen, dass die Party weitergehen kann.