Wie jeder Leser längst mit Vergnügen bemerkt hat, überrascht die ZEIT in ihrem neuen Teil "Z" das Publikum mit einer Kolumne, die den schönen Titel trägt: Das gehört nicht ins Feuilleton. Die Kolumne ist sehr, sehr lustig und behandelt Themen, die aktuell nicht im Feuilleton zu finden sind, auch wenn es keineswegs ausgeschlossen ist, dass sie eines Tages darin vorkommen werden, irgendwann, nur nicht heute.

Besorgte Leser wollen nun wissen: "Wie kann es sein, dass bei Ihnen im Ressort nicht alle Themen behandelt werden? Gehört nicht alles, was in der Welt geschieht, naturgemäß ins Feuilleton?" Liebe besorgte Leser, für große Philosophen wie Nikolaus von Kues gibt es auf diese Frage nur eine Antwort: Wenn alles, was existiert, zur Welt gehört, dann gehört auch das zur Welt, was scheinbar nicht dazugehört, sonst wäre die Welt ja keine Einheit, sondern geschieden wie die Sonne und der Mond.

Nehmen wir als Beispiel zwei Leserbriefe aus den vergangenen Tagen. Leser V. W. aus 09356 St. Egidien Kuhschnappel fragt uns: "Ich weiß nicht, ob mein Brief ins Feuilleton gehört, doch mich plagt die Frage: Darf ich einen Lügendiesel aus Wolfsburg kaufen? Oder soll ich einem Fahrzeug aus Frankreich den Vorzug geben, dem Geburtsland der ehrlichen Aufklärung? Würde Voltaire Polo fahren? Kann man sich Sartre in einem Schummel-Passat vorstellen und Camus in einem betrügerischen Golf?" Und der Fernbahnpendler Rüdiger G. aus 51377 Fettehenne will von uns wissen: "Jeder zweite ICE ist unpünktlich und kostet Zeit. Doch bekanntlich lässt sich die Weltzeit nicht beliebig vermehren. Endet die Weltgeschichte früher, wenn die Bahn mehr Zeit von ihrem Deputat verbraucht, als Gott für sie vorgesehen hat?"

In diesen Fragen passt scheinbar nichts zusammen, und doch wird niemand bestreiten wollen, dass sie viel zu originell sind, um nicht im Feuilleton in ihrem inneren Zusammenhang diskutiert zu werden. Und was lernen wir daraus? Wir lernen, dass die Welt sich sehr ungehörig aufführt, wenn sie den Anschein erweckt, als gehörten ihre einzelnen Teile nicht zusammen, weshalb wir das Ganze als Ganzes auch nie zu fassen kriegen, höchstens in umgekehrter Wagenreihung, mit Störungen im Betriebsablauf oder mit Schummelsoftware unter der Motorhaube. Nur im großen Buch des Oberaufsehers ist alles im Zusammenhang notiert, das Zugehörige ebenso wie das Unzugehörige, als seien sie niemals im Leben getrennt gewesen. Doch dieses unerhörte Thema gehört tatsächlich nicht ins Feuilleton, das vertagen wir besser, am besten bis zum

FINIS