Nur damit es nicht in Vergessenheit gerät: Es waren die Old-School-Tiere. Ochs und Esel und Lämmer, natürlich. Als ER geboren wurde, da gab es keine Chihuahuas, Golden Retriever oder Weimaraner, diese neumodischen Hipster-Animals (man muss das auf Englisch schreiben, Hipster-Getier ginge auch, Hipster-Biester ist inkorrekt, das schreiben wir mal besser nicht).

Es gab auch keine Jurassic Park-mäßigen Trend-Echsen (waren ausgestorben, schon klar, aber hallo? Weihnachten? Zeit der Wunder? Traut man dem Herrn schon zu, dass er lässig einen Velociraptor vorbeischauen lässt in der Krippe – "und scheu senkte der Saurier sein Haupt und ward einer großen Herrlichkeit inne").

Es gab keine Lassies oder Black Beautys, keine Harry-Potter-Eulen oder Mockingjays (Mockingjay heißt übrigens Spotttölpel, aber anscheinend ist dem Spotttölpel das nicht mehr genug, ein Vertreter der Tölpel, also der Seevögel, genauer: der Ruderfüßler zu sein. Nein, er will was Besseres darstellen und nennt sich jetzt Mockingjay, quasi ein Künstlername, ein echter Poser-Vogel. Was kommt als Nächstes? Nennen sich die Kanarienvögel bald Canarys?) Und natürlich gab es damals auch keine Nacktkatzen im Dr.-No-Stil, die sich beim Streicheln anfühlen wie frisch aufgetautes Hähnchen. Es gab im Jesusstall auch keine Hamster oder Karnickel, also jene Tiere, die an Weihnachten verschenkt und nach drei Wochen Vernachlässigung abgeschoben werden, ins Tierheim in der Süderstraße zum Beispiel. Dort muss sie dann, wie letztes Wochenende, der Nikolaus im Beisein von Kindern mit Leckerli trösten.

Wären die Leute nur ein bisschen bibelfest, wüssten sie, dass christliche Tiergeschenke nur in Gestalt von Ochs und Esel zu haben sind. Dieser Tatsache eingedenk, würden sie sich das zweimal überlegen, ob sie einen Vierbeiner unter den Christbaum stellen.