Angesichts der vielen Flüchtlinge, die in Deutschland integriert werden müssen, lohnt sich der Blick in einen Bericht, der nun in Berlin vorgestellt wurde und der von der schulischen Integration von Einwandererkindern handelt. Erstellt hat ihn die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf der Grundlage von Daten der Pisa-Studie.

Danach wirken zwei Hebel bei der Integration schnell und effektiv: erstens die Vermittlung der Landessprache, also Deutschkurse, sowie eine konsequente Sprachförderung zusätzlich zum Unterricht. Zweitens trägt die frühkindliche Bildung in Krippen und Kindergärten messbar Früchte. Anders ausgedrückt: Sobald die Sprachbarriere überwunden ist, stellt der Migrationshintergrund der Kinder keine Benachteiligung mehr dar. Allerdings hat Deutschland in beiden Bereichen im internationalen Vergleich noch erheblichen Nachholbedarf.

Ein weiterer Befund ist, dass man bei den Bildungserfolgen der Zuwanderer differenzieren muss. Hierzulande haben etwa Einwandererkinder aus Polen bessere Noten als ihre Mitschüler mit türkischen Wurzeln. Dass allerdings Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund in der Schweiz und in den Niederlanden deutlich besser abschneiden als in Deutschland, sollte zu denken geben. Andreas Schleicher, der Bildungsdirektor der OECD, kommentiert dieses Ergebnis so: "Wo die Schüler zur Schule gehen, ist wichtiger, als woher sie kommen."

Der Bericht enthält aber auch positive Nachrichten für Deutschland. So holen Jugendliche mit ausländischen Wurzeln ihren deutschstämmigen Mitschülern gegenüber auf. Zwischen 2003 und 2012 hat sich der Leistungsunterschied zwischen den beiden Gruppen nahezu halbiert.