Seitdem die Stewardessen ausgestorben sind und der gemeine Passagier nun zu Flight Attendants und Pursern sagen muss, was ihm unterhalb von 10.000 Metern Flughöhe nie über die Lippen, geschweige denn über den Gaumen käme – "Einen Tomatensaft, bitte" –, wundert uns beim Fliegen gar nichts mehr. Schon gar nicht, dass die Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg bald "Johannes Rau Airport" respektive "Helmut Schmidt Airport" heißen sollen. Gäbe es in New York einen "John-F.-Kennedy-Flughafen", könnten wir sogar einen "Wolfgang Bosbach Airport" in Bergisch Gladbach ertragen. Vorausgesetzt, der WB-Airport breitet sich nicht so epidemisch übers Bergische Land aus wie sein Namensgeber in den Medien.

Nur die Älteren werden erinnern, dass erinnern vor seiner Anglisierung ein reflexives Verb war und damals sich erinnern hieß. Ich erinnere jedenfalls, dass der Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München schon ein Airport war, bevor die ersten Location-Scouts nach dem nächsten Meeting fragten – und ein "Don’t ask me" zu hören bekamen. Für den nächsten Rheinland-Pfalz-Tatort empfehle ich den Scouts eine coole Location – den Cleaner Little Brother Airport, wörtlich übersetzt: den Rainer-Brüderle-Flughafen in Landau.