Unsere alljährliche Weihnachtskolumne widmen wir traditionsgemäß den ungekrönten Helden der Gegenwart. Ehrfurchtsvoll verneigen wir uns vor allen Menschen, die sich dem Verfall christlicher Werte entgegengestellt und auf vorbildliche Weise den Fortschritt der Menschheit befördert haben. Unsere Wahl fällt diesmal auf den beliebten CSU-Politiker Horst Seehofer und seinen königlich-bayerischen Generalsekretär Dr. Andreas Scheuer. Die beiden Preisträger haben ein moralisch hochwertiges Ganzjahresverhalten an den Tag gelegt; mutig haben sie das C in ihrem Parteinamen gegen Heerscharen von Hartherzigen verteidigt und die helle christliche Botschaft in die dunkle gottverlassene Welt getragen. "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit."

Erinnern wir uns: Während im Herbst des nun zu Ende gehenden Jahres 2015 die gottferne Bevölkerung den syrischen Flüchtlingen feindselig gegenüberstand und sogar Zäune aus Nato-Stacheldraht errichten wollte, haben sich Horst Seehofer und Dr. Scheuer an ihre Zeit als bayerisch-katholische Ministranten erinnert – an die festlichen Stunden am Hochaltar, als der kleine Horst und der kleine Andreas mit der ganzen Andacht ihres kindlichen Herzens das silberne Weihrauchfass schwenkten und der ehrwürdige Priester engelsgleich die biblischen Worte sprach: "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Ist es nicht ein Trauerspiel, dass im supersatten Lebkuchendeutschland allein zwei bayerische Vollblutpolitiker noch wissen, in welchem Elend das bitterarme Flüchtlingskind Jesus auf die Welt kam? Dass seine Eltern, die Migranten Maria und Josef, mangels christlicher Willkommenskultur in einem verdreckten, kalten Stall unter dem Himmel von Bethlehem unterkommen mussten, abgewiesen von den Heiden, verachtet von den Eingesessenen, belächelt von den Verstockten? Hätte es damals schon Mauern gegeben, man hätte sie errichtet, und die Heilige Familie wäre von römischen Grenzschützern abgewiesen und in sichere Drittstaaten zurückgetrieben worden. Wir mögen uns nicht ausdenken, welch unchristlichen Verlauf die Weltgeschichte genommen hätte, wenn damals die Grenze dicht gewesen und Jesus nicht so weltberühmt geworden wäre ... Nein, diesen Gedanken müssen wir uns verbieten, denn dann gäbe es in der Münchner Theatinerkirche nicht diese süße Weihnachtskrippe mit dem lieben Jesuskind, an der unsere Preisträger mit reinem Herzen ein Kerzlein anzünden, in der stillen und heiligen Nacht, dem Fest der Liebe und der Barmherzigkeit. "Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all."

FINIS