Das bekloppteste Wort des Jahres besteht aus vier Buchstaben, die sich zusammenfügen zur beliebtesten Konjunktion der Besserwisser, zur Allzweckwaffe irregeleiteter Ideologieverdreher und ewiger Bedenkenträger, die sich des Wörtchens immer dann bedienen, wenn sie zum rhetorischen Präventivschlag ausholen, etwa in Sätzen wie "Die CSU steht zur Kanzlerin, aber" (Horst Seehofer), "Wir müssen den Flüchtlingen helfen, aber" (EU) oder "Ich bin kein Nazi, aber" (Nazi), weil das Bindewort dem Sprechenden auf äußerst effiziente Weise ermöglicht, den vorangegangenen Halbsatz durch den darauffolgenden so wesentlich zu relativieren, dass sich die meisten Zuhörer sowieso nur noch an das "aber" erinnern können, was vor allem Politiker gerne nutzen, um in ein und demselben Satz ein Zugeständnis zu behaupten und gleichzeitig die eigene, gegenteilige Position unterzubringen, während kluge Redner heikle Äußerungen oder Kritik ebenso elegant wie heuchlerisch verpacken, sie ersetzen das "aber" durch ein vermeintlich rein temporales "zeitgleich", achten Sie mal drauf