Es hat sich tatsächlich gelohnt

Doch die Arbeit fängt für Ständerat Damian Müller erst an

Es ist Wahlkampf. Ein Samstag im August, in aller Herrgottsfrüh. Auf dem Chäsi-Platz in Triengen schenkt Martina Stöckli den FDP-Parteifreunden Kaffee aus. Ständeratskandidat Damian Müller, 31, lächelt sich die Müdigkeit aus dem Gesicht und plaudert mit Gipfeli im Mund über die Zukunft der Schweiz. Die ZEIT (Nr. 32/15) steht daneben und hört zu. Ins Luzernische ist sie aber nicht wegen Müller gefahren, sondern wegen seiner Wahlhelferin Stöckli. Von ihr will sie wissen: Wieso arbeitet man freiwillig für den politischen Erfolg eines anderen? Wieso kümmert sie sich nicht nur um den Kaffee, sondern auch um das Wahlkampfbudget? Es beträgt 80.000 Franken.

Vielleicht, weil es sich lohnt. Damian Müller wird am 15. November im zweiten Wahlgang tatsächlich in den Ständerat gewählt. Nun kann er "anpacken und umsetzen". Einen Moment der Erleichterung habe er am Tag seiner Wahl verspürt, sagt Müller rückblickend. In seiner Gemeinde, in Hitzkirch, organisiert die Ortspartei einen Empfang. Es spielt die Harmoniemusik. Freunde und Verwandte kommen, um dem Neugewählten zu gratulieren. Viel Zeit, um zu feiern und sich vom Wahlkampf zu erholen, habe er aber nicht gehabt, erzählt Müller. "Ich musste meinen Rückzug aus der Firma organisieren, meine erste Session vorbereiten." Die Arbeit in Bern mache ihm Freude. Endlich sitzt er im Ständeratssaal auf seinem Platz, für den er zwei Jahre lang gekämpft habe.

Und seine Helfer? Martina Stöckli? Sie sei für ihn natürlich sehr wichtig gewesen, sagt Müller. Eine gute Freundin, die immer ehrlich ihre Meinung gesagt habe. Am Wahltag habe er mit dem ganzen Team in Luzern im Hotel Schweizerhof Zmittag gegessen. "Ich war natürlich angespannt und deshalb froh, meine engsten Begleiter bei mir zu haben." Über das Ergebnis hätten sich seine Helfer fast noch mehr gefreut als er selbst.

Während Müller sich nun also in Bern durch Papierberge kämpft, die FDP in vier verschiedenen Kommissionen vertritt, ist Martina Stöckli in den Ferien. Im August sagte sie: "Ende Oktober ist Schluss." Fertig mit dem politischen Engagement. Der Plan ging fast auf. "Die Nachbereitung des Wahlkampfs ist noch nicht ganz abgeschlossen", sagt Müller. Stöckli schweigt. Sie hat ihr Handy in den Ferien ausgeschaltet.