Gleichzeitig gelingt den Jedi-Meistern um Yoda und Co., woran schon so mancher Papst und viele Priester verzweifelt sind. Ausgerechnet die Lichtschwert-Saga erweckt in den Köpfen von uns heutigen Gewohnheitszweiflern eine alte christliche Weisheit zum Leben: Wir bekommen eine Ahnung davon, was der Heilige Geist im besten Fall sein kann – eine Macht zum Guten, die man nicht sehen kann und deren Wirken doch manchmal spürbar wird. Papst Franziskus nennt diesen, den kreativsten Teil der Trinitas aus Vater, Sohn und Heiligem Geist den fröhlichen "Gott der Überraschungen".

Den gibt’s nicht? Das stimmt nicht? Der wirkt nicht? Man muss halt dran glauben. Das Glauben aber vermag der Jedi-Meister Yoda uns Zeitgenossen wirkungsvoller zu lehren als mancher, der sich für berufen hält: "Tu es, oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen." – Yodas Sätze sind Allgemeingut geworden.

Im Angesicht des opulenten Sternen-Epos nimmt sich manche verschüchterte Sonntagspredigt recht halbherzig aus. Ein wenig mehr Drama am Altar und Drastik auf der Kanzel dürfte es manchmal sein – vielleicht wäre diese Lektion des Kinos an die Kirche gar nicht so verkehrt.

Einer hält sich bereits an die Devise: Papst Franziskus, an dessen Wahltag spektakulär der Blitz in die Kuppel des Petersdoms einschlug, redet vom Satan und vom Heiligen Geist so plastisch, als wäre er ihnen eben erst auf der Kinoleinwand begegnet. Und so schicken der Papst aus Rom und Luke Skywalker aus dem Weltall ihr Publikum mit derselben friedvollen Botschaft ins neue Jahr:

Sei auf dem Weg auf alles gefasst – sogar auf das Gute.