Der Philips-Konzern hat seine neue Deutschland-Zentrale in Fuhlsbüttel eröffnet. Man will dort nicht nur technologisch, sondern auch innenarchitektonisch ganz vorne mitspielen. Konkret heißt das: Feste Arbeitsplätze sind passé, die Mitarbeiter haben nur einen Laptop und ein Handy, ansonsten vagabundieren sie durch das Gebäude und lassen sich nieder, wo eben gerade freier Office Space zu haben ist.

Damit dieses innerbetriebliche Nomadentum nicht allzu trist ausfällt, hat man sich bei der Gestaltung von Beachclubs und Waldspaziergängen inspirieren lassen. Besprechungen finden im Strandkorb statt, um Konferenztische liegen Baumstämme herum. Selbst der Chef der 1.200 Mitarbeiter hat kein festes Büro mehr, sondern sucht sich seine Arbeitsumgebung "je nach Aufgabe".

Ein bisschen Woodstock, ein bisschen Start-up – klingt nett, ist aber fragwürdig. Früher wusste man, wer der Büronachbar war, jetzt könnte der Typ am Nebentisch auch der neue CEO sein. "Weiß der Lurch, was dieses Projekt eigentlich soll?" oder "No problem, Chen Lu, I’m calling from the office" – solche Sätze lässt man dann lieber.

Und was ist mit Utensilien wie Tacker, Locher oder Knetball gegen die Aggressionen? Schleppt man die im Rucksack mit sich herum? Wie geht es Leuten, die einen gut sortierten Handapparat zu schätzen wissen? Brauchen die jetzt ein Rollwägelchen? Oder einen Praktikanten, der ihnen die Sachen hinterherträgt? Baumdeko am Konferenztisch, gut für Entspannungskalauer, klar ("Wir stehen hier alle erst mal im Wald"), aber es gibt auch Leute mit Allergien und überhaupt: Ist es ökologisch in Ordnung, für die Office-Deko Wälder zur roden? Und die Strandkorb-Ästhetik ist schlicht hinterhältig: Wenn man in Sylt am Wasser sitzt, sieht es aus wie im Büro.