Der nicht sonderlich gebildete Sohn eines kleinen Reeders vollendete eine große Tradition mit glanzvollen Werken. Aber vor der Meisterschaft stand das Handwerk. Das lernte er gründlich und schnell. Mit 18 Jahren war er selbstständig, mit 21 Jahren wurde er als Meister verzeichnet. Hielt er sich zuerst an anerkannte Vorbilder aus seinem Umkreis, so erweiterte er nach und nach sein Repertoire an Formen und Stimmungen, mit 30 Jahren hatte er seinen ganz eigenen ausdrucksstarken und leuchtend-farbigen Stil gefunden. Sein Ruhm hatte sich schnell verbreitet, Aufträge an bedeutenden Orten folgten, die er mit einer Fülle von Skizzen vorbereitete und Tag und Nacht arbeitend ausführte. Ein Zeitgenosse attestierte ihm, er sei "geistvoll, unendlich feurig ... und von erstaunlicher Geschwindigkeit". Auch seine Heimatstadt, aus der er sich nur widerwillig entfernte, zählte ihn unter die "berühmtesten Virtuosen". Auf dem Gipfel seines Erfolgs erreichte ihn ein verlockendes und ehrenhaftes Angebot. Mit zwei Söhnen machte er sich auf die Reise in eine entlegene Residenz. Im Bau eines kongenialen Architekten schuf er zwei Werke, die auch den abgebrühtesten Betrachter staunen lassen. Eines der Riesenwerke verklärt in einem grandiosen Schauspiel aus Figuren und Farben die humanistischen Ideale seines Jahrhunderts. Eine Reise in eine andere Residenz Jahre später fiel wenig erfolgreich aus: Er war ins künstlerische Abseits geraten, der Zeitgeschmack hatte sich verändert. Zu schwach für die Heimkehr, starb er in der Ferne. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 40:

Annie Leibovitz, geboren 1949 in Connecticut, studierte Malerei und Fotografie. Sie wurde mit 24 Cheffotografin des "Rolling Stone", seit 1983 fotografiert sie für "Vanity Fair". Von 1988 bis zu deren Krebstod 2004 war sie mit Susan Sontag liiert