ZEIT: Sie kokettieren gern damit, dass Sie es an der Uni nur einen Tag ausgehalten haben.

Hinrichs: Ich habe etwas Sensationelles dort gelernt. Am Interviewtag fragte mich der Dekan: Warum wollen Sie studieren? Ich sagte: Wenn ich ein eigenes Unternehmen habe, muss ich auch eine Bilanz aufstellen können. Da sagte er den entscheidenden Satz: Ein Finanzer kostet Sie zwischen 60.000 und 80.000 Mark. Ich habe realisiert, dass man nicht alles selber können muss. Solange ich mehr Verdienst habe als Kosten, kann das funktionieren.

ZEIT: Was in einer Firma lässt sich nicht kaufen?

Hinrichs: Es ist schwierig, den Status quo infrage zu stellen. Mitarbeiter machen das kaum. Die wenigsten trauen sich, dem Vorgesetzten zu sagen, wenn er etwas Unmögliches macht.

ZEIT: Stellen Sie als Unternehmer denn Ihre eigene Firma infrage?

Hinrichs: Das ist meine Lebensaufgabe. Wer weiterkommen und mit seinem Unternehmen langfristig überleben will, muss sich immer infrage stellen.

ZEIT: Warum sind manche Ihrer Firmen dann gescheitert?

Hinrichs: Nur meine zweite. Da war ich Anfang 20. Wir haben jeden Fehler gemacht, den wir machen konnten. Das war mein MBA in Echtzeit, ein sehr teurer MBA.

ZEIT: Was haben Sie gelernt?

Hinrichs: Dass es nur einen Chef geben kann. Dass eine Firma ein klares Ziel haben muss und nicht mehrere Ziele. Dass man nur Leute einstellt, wenn man sie braucht, und nicht vorher.

ZEIT: Haben Sie viel Geld verloren?

Hinrichs: Ich habe Geld verloren.

ZEIT: Wie viel?

Hinrichs: Das war die Antwort.