An einem Januarmorgen hat Karl-Heinz Hoffmann in der Kantine des Leipziger Amtsgerichts eine Art Gefechtsstand aufgeschlagen. Im 5. Stock des Justizpalasts, wo in jener Woche unter anderem Hackbraten "Falscher Hase" serviert wird, hockt der 78-Jährige in einer Ecke des Speisesaals. Zwischen der Geschirrrückgabe und Tischen mit Plastikblumensträußchen hält er Lagebesprechung mit ein paar Getreuen. Die Männer reden über Taktisches, um den totalen Untergang abzuwenden, wenn gleich im Sitzungssaal 056 eine Zwangsversteigerung stattfinden wird. Aufgerufen wird dann ein Rittergut in 04655 Kohren-Sahlis – das noch in Hoffmanns Besitz ist.
Karl-Heinz Hoffmann: "Nicht totzukriegen"
Karl-Heinz Hoffmann kämpfte einst als Neonazi-Anführer gegen den Staat. Nun kämpft er als Schlossherr in Sachsen gegen einen Abwasserzweckverband.