Vor einiger Zeit las ich im ZEITmagazin, dass Uhren wieder schwarz-weiß werden, entsprechend wurde zur Darstellung "die schwarz-weißeste Situation des Lebens gewählt: eine Schachpartie". Allerdings nicht irgendeine, sondern die Schach-Szene aus dem Film Thomas Crown ist nicht zu fassen von 1968. Dabei geht es um alles, nur nicht um das, was auf dem Brett passiert, wenn Faye Dunaway und Steve McQueen einander verführen, während sie die schwarzen und weißen Figuren verschieben. Alles sehr einsichtig, nur wunderte ich mich, dass das Bauernopfer 52 000 Euro kostete, während das Matt schon für wohlfeile 18 100 Euro zu haben war. In jedem Fall musste ich dabei an den russischen Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik denken, der für eine Luxus-Uhrenmarke wirbt. Zur Altersvorsorge trug aber sicher auch seine Teilnahme am Katar Masters Open mit einem ansehnlichen Antrittshonorar bei. Wer in seinen Höhen schwebt, vermeidet normalerweise Open-Turniere mit der Teilnahme von Hinz und Kunz. Andererseits hatte ihm der amerikanische Großmeister Gata Kamsky einmal gesagt: "Organiser pay – Gata play." Irgendwie einleuchtend. Nicht nur bei Gata.

Gegen Sanan Sjugirow (22) ging es ihm wie Steve McQueen gegen Faye Dunaway, deren schwarze Dame den weißen König mit Matt bedrohte – bei Kramnik auf g2. Dieses Dilemma löste er nicht durch Knutschen, sondern durch Verstand und einen Entscheidungszug, der Angriff und Verteidigung vereinte. Wie?

Lösung aus Nr. 4:

Welche Kombination hätte augenblicklich für Weiß gewonnen?

Nach dem herrlichen Abzug 1.Te7! ist Schwarz rettungslos verloren. Bei Annahme des Damenopfers mit 1...Dxb2 folgt 2.Th7 matt, bei 1...Sxe7 hingegen   2.Dxf6+ Kg8 3.Dxe7