Vergangene Woche hatte die ZEIT berichtet, dass der Wohnungsvermittler Wimdu Kunden bei Vandalismus-Schäden alleinlässt. Der Onlinedienst, der zum Reich von Rocket Internet gehört, wirbt zwar mit dem "Wimdu-Versprechen" einer "Versicherung im Schadensfall von bis zu 500.000 Euro", leistet bei vorsätzlicher Zerstörung durch Mieter aber keinen Schadensersatz. Im Fall, den die ZEIT in ihrem Bericht beschrieb, wurde die Wohnung durch den Mieter verwüstet. Den Schaden schätzt die betroffene Vermieterin auf mehrere Zehntausend Euro. Verschiedene Medien berichteten inzwischen über die Recherche.

"Die Konsequenzen, auch wirtschaftlicher Art, sind für unser Unternehmen nicht abzusehen", schreibt Wimdu-Jurist Péter Vida an die ZEIT. Er sei "erstaunt über die einseitige Berichterstattung". Von einer Irreführung der Kunden könne "keine Rede sein". Denn: "Schon heute sind wir in unseren AGB absolut transparent, was die Bedingungen unserer Versicherung angeht."

Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg sieht das anders. Er hat die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Wimdu noch einmal Zeile für Zeile geprüft. Sein Ergebnis: "Das Wort Versicherung kommt dort nicht einmal vor. Es findet sich kein einziger Hinweis darauf, wofür sie gilt und wofür nicht." Auf die anschließende und ausdrückliche Bitte an Wimdu, die angeblich vorhandenen transparenten Passagen in den AGB konkret zu benennen, reagierte das Unternehmen bis Redaktionsschluss nicht.

Ändern will Wimdu an seinem Vermieterschutz auch nichts. Begründung: Vorsätzlich zugefügte Schäden würden von keiner Haftpflichtversicherung erstattet. "Genau deshalb wünscht sich der Vermieter ja aber einen Schutz, der über eine Haftpflichtversicherung für den Mieter hinausgeht", sagt Matthias Schlusche, Schadensexperte bei der Ergo Direkt Versicherung. Anders als Wimdu würde der Marktführer Airbnb grundsätzlich auch bei vorsätzlicher Zerstörung für den Schaden aufkommen. Zwar gebe es auch bei ihm Ausnahmen und Einschränkungen, etwa für Bargeld und Kunstwerke. "Der Vermieterschutz geht aber deutlich weiter als bei Wimdu", sagt Schlusche.

Gegenüber der Zeitung B.Z. wollte Wimdu-Jurist Vida den Eindruck korrigieren, man sei im Ernstfall für Vermieter schlecht zu erreichen. Eine Service-Telefonnummer gebe es. Das Blatt schreibt: "Bei der Nummer, die er nach stundenlanger Suche schließlich an die B.Z. schickt, geht aber niemand ran."