Richtig aufklären lassen

Ärzte müssen Patienten über Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken einer Behandlung in Kenntnis setzen. Der Patient sollte dies auch einfordern. Geht es um große Eingriffe, kann man verlangen, den Aufklärungsbogen vorher per Post zu bekommen, um ihn in Ruhe zu lesen. Ebenso sei es sinnvoll, sich Behandlungsalternativen erläutern zu lassen, sagt der Heidelberger Arzt und Autor Gunter Frank. "Kein Patient braucht sich zu schämen, wenn er etwas nicht verstanden hat. Es geht schließlich um seinen Körper, manchmal sogar um sein Leben."

Das Gespräch suchen

In jedem Fall sollte man bei einem Verdacht als Erstes das Gespräch mit dem behandelnden Arzt suchen. "Sagen Sie offen, warum Sie sich falsch behandelt oder aufgeklärt fühlen. Und lassen Sie sich erklären, warum die Dinge anders liefen, als sie sollten", sagt Hartmut Siebert, stellvertretender Vorsitzender des Aktionsbündnisses Patientensicherheit Berlin. Das schaffe oft schon einiges an Klarheit.

Die Behandlung dokumentieren

Bleibt die Lage nach dem Gespräch mit dem Arzt unklar, sollte man den Behandlungsverlauf überprüfen lassen. Dazu ist es nötig, die Behandlung zu dokumentieren. "Schreiben Sie ein Gedächtnisprotokoll: Legen Sie die Gespräche mit dem Arzt und den Verlauf der Behandlung so genau wie möglich dar", rät die Ärztin und Anwältin Britta Konradt. "Fordern Sie von Ihrem Arzt außerdem die Behandlungsunterlagen und Befunde oder Kopien davon an. Er ist gesetzlich dazu verpflichtet, sie Ihnen auszuhändigen."

Strafrechtliche Schritte vermeiden

Nur im absoluten Ausnahmefall sollte man strafrechtliche Schritte einleiten. Selten führt das Verfahren zur Anklage und zur Verurteilung, fast nie zum Schmerzensgeld und Schadensersatz für den geschädigten Patienten. Die Fronten verhärten sich nur; außergerichtliche Lösungen können so sehr selten erreicht werden.