Woher kommt der Begriff Kamelle?

Von Karamell. Früher wurden bei Karnevalszügen karamellisierte Zuckerstückchen geworfen. Inzwischen meinen die Narren, wenn sie "Kamelle" rufen, aber alle Leckereien, die von den geschmückten Wagen regnen.

Wieso werden überhaupt Süßigkeiten geworfen?

Das ist wohl auf die Fastenzeit zurückzuführen, die gleich nach Karneval am Aschermittwoch beginnt. Vorher wird noch richtig geschlemmt! Zudem wird im Karneval traditionell die Obrigkeit verspottet: So, wie die Mächtigen das Volk früher mit Wohltaten bei Laune hielten, wirft das Prinzenpaar heute Kamelle.

Wie viel wird geworfen?

Genug für alle! In Köln zum Beispiel wurden beim berühmten Rosenmontagszug im vergangenen Jahr 300 Tonnen Süßigkeiten geworfen – das entspricht dem Gewicht von 60 ausgewachsenen Afrikanischen Elefanten.

Wie fängt man besonders viel?

Indem man auf sich aufmerksam macht: mit einem auffälligen Kostüm oder mit lauten Alaaf-, Helau- oder Kamelle-Rufen. Erfahrene Karnevalsjecken empfehlen, sich ans Ende der Strecke zu stellen. Hier haben die Zugteilnehmer oft noch reichlich Chips- und Popcorntüten übrig, die sie loswerden wollen.

Ist das nicht gefährlich?

Wenn tonnenweise Süßkram durch die Luft fliegt, kann es passieren, dass man von einer Pralinenschachtel am Kopf getroffen wird. Deswegen vor Gericht zu ziehen bringt aber meistens nichts. Es gilt für Fänger und natürlich auch für die Werfer: Aufpassen!