Manche Wortkarrieren sind so steil, dass sie nach kurzer Existenz bereits ihren Höhepunkt erreichen, mit der Auszeichnung zum "Anglizismus des Jahres 2011", und dann langsam verebben, wie es beim Shitstorm der Fall war, der dieser Tage kaum mehr benutzt wird, nicht weil er durch eine Gegenbewegung voller Charme, Grips und Liebe verdrängt wurde, sondern weil er sich in diesen bekloppten Zeiten zu einem noch zerstörerischeren Unwetter zusammengebraut hat, in dem mittlerweile viel mehr zirkuliert als nur Scheiße, und selbst konventionelle Medien den Begriff totbenutzt haben, dem Modewort also ein Schicksal bescherten, das alle Trends irgendwann erreicht, die sich ja immer dann erledigt haben, wenn sich wirklich jeder Hinterwäldler für sie begeistert und ein noch so heftiger Sturm eben keinen mehr interessiert, wenn er für immer bleibt – so wie der Shitstorm, der längst permanent ist