Viele oder wenige?

"Kennen sich die Sportler nur flüchtig, liegt die optimale Teilnehmeranzahl zwischen zehn und 30 Personen", sagt die Sportpsychologin Dorothee Alfermann von der Universität Leipzig. "Sind es mehr, ist das Miteinander zu anonym, sodass man sich den anderen gegenüber nicht mehr verpflichtet fühlt. Bei weniger als zehn Personen müssen sich die Sportler untereinander gut verstehen, damit sie dabeibleiben." Drei Monate lang beobachtete und befragte Alfermann 18 Trainingsgruppen aus verschiedenen Sportarten. In einer Studie erforschte sie unter anderem, wie sich die Gruppengröße auf die Entwicklung der Leistung und auf die Zufriedenheit der Athleten auswirkt. Sie fand heraus, dass bei einer größeren Teilnehmeranzahl die Zufriedenheit der Athleten steigt. Steht jedoch die Leistung im Vordergrund, eignet sich eher ein kleineres Team, dessen Mitglieder dann intensiver trainieren können.

Fit oder nicht fit?

Am harmonischsten geht es in einer Gruppe von Freizeitsportlern dann zu, wenn das Leistungsniveau eher homogen ist. Denn ist es zu unterschiedlich, können durch den ständigen sozialen Vergleich negative Emotionen überhandnehmen: Der Hobbyläufer fühlt sich permanent unterlegen, der Leistungssportler ausgebremst. Geht es aber den Gruppenstärksten nicht hauptsächlich darum, ihre Leistung zu verbessern, können auch heterogene Teams funktionieren: Der stärkere Sportler profitiert auf sozialer Ebene, der schwächere auf sportlicher.

Fremde oder Freunde?

Der soziale Effekt des gemeinschaftlichen Sports kann sich tatsächlich negativ auf die Leistung auswirken. Und zwar ausgerechnet dann, wenn sich die Trainingsgefährten zu gut verstehen. "Wer sich viel zu erzählen hat, strengt sich weniger an", sagt Dorothee Alfermann. Dieses Phänomen nennen Sozialpsychologen "Social Loafing" (übersetzt: soziales Faulenzen). Um den Effekt zu umgehen, empfiehlt Alfermann den Einsatz von Fitnesstrackern, die alle in der Gruppe gelegentlich an den eigentlichen Grund ihrer Verabredung erinnern: Sport.