Der große deutsche Schachmeister Adolph Anderssen (1818 bis 1879) wurde mit 59 Jahren als "Ehrwürdiger Greis", Viktor Kortschnoi (heute 84) mit 47 Jahren bei seinem WM-Kampf 1978 gegen Anatoli Karpow (64) als "Wundergreis" betitelt. Was soll man da zum 54-jährigen Klaus Bischoff sagen, der kürzlich zum zweiten Mal Deutscher Meister wurde, nachdem ihm dieses Kunststück mit 52 erstmals glückte und er schon vor zwei Jahren zum bis dahin ältesten Titelträger der Geschichte wurde? Fast könnte es scheinen, als ob dieser Schnelldenker jenseits der 50 immer mehr auf den Geschmack des "langsamen", sprich Klassischen Schachs käme, nach dem er früher schon 13 (!) Mal Deutscher Blitzschach- und vier Mal Schnellschachmeister wurde. Doch ganz so ist es nicht, immerhin verhalf der langjährige Nationalspieler der deutschen Mannschaft bei der 34. Schacholympiade 2000 in Istanbul mit einem sehr guten Ergebnis zur Silbermedaille. Eigentlich wollte sich Klaus weitestgehend aufs "Austragsstüberl" als Kommentator (viele Jahre machten wir das gemeinsam) zurückziehen, aber manchmal scheint er das Mausen noch nicht sein lassen zu können. Und den Jungen zeigen, dass auch Gehirne von "Altmeistern" noch Erstaunliches leisten können, hat ja auch seinen Reiz.

In der letzten Runde schlug er den jüngsten deutschen Großmeister, den 17-jährigen Alexander Donchenko, vorher schon Hagen Poetsch (24). Warum gab dieser als Weißer hier auf, und wie hätte Bischoff nach 1.Dc2 gewonnen?

Lösung aus Nr. 8:

Beide Könige huldigen der Bigamie, bei so vielen potenten Damen entscheidet meist der Anzug. Wie setzte Schwarz in drei Zügen matt?

Mit 1...Dg1+ 2.Kh3 Dd1-f1+ 3.Dg2 Dh1 matt – die Dame h1 kann von der gefesselten Dame g2 nicht geschlagen werden