Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Dada feiert den hundertsten Geburtstag. Anlogo bung blago bung!

Es zeigt sich wieder, dass man mit dem Protest von anno dazumal heute sehr gut viel Geld verdienen kann. Eigentlich gibt es zwei Formen von Dada. Die ursprüngliche, wo mittels virtuoser Sprachbeherrschung kunstvolle Zerstörung erzielt wird.

Und die derzeitige, bei der zwar auch gewaltige Zerstörung angerichtet wird, ohne allerdings die Sprache je beherrscht zu haben.

Wikipedia etwa behauptet, Dadaismus sei eine künstlerische und literarische Bewegung gewesen. Die Unterscheidung zwischen literarisch und künstlerisch ist interessant und führt uns direkt zu einem schönen Satz, der jüngst in einer Qualitätszeitung zu lesen stand. Nämlich: "Akupunktur hilft, aber sie wirkt nicht!" Es gibt also auf diesem Planeten Dinge, die helfen, aber nicht wirken? Genau: Wulubu ssubudu uluw ssubudu!

In dieser zeitgenössischen Form von Dada kommt Sprache recht normal daher, bloß der Sinn wird, sagen wir, etwas vernachlässigt. Wenn Sprachkurse für Asylanten helfen sollen, die Integration zu fördern, muss man analog fragen: Aber wirken sie auch? Manche meinen ja immer noch, Sprache und Integration würden nicht miteinander zusammenhängen.

Wo westlichen Werte walten, müssen Selbstverständlichkeiten diskutiert werden. Außerdem sei diese Sprachenvielfalt ja durchaus bereichernd. Die heutige Sprachverwirrung hat aber nichts mit Fremdsprachen zu tun. Vielmehr schafft man Sprache ab und ersetzt sie durch Wording. Wer früher dämlich war, ist heute verhaltenskreativ. Man stirbt nicht mehr, man legt eine Lebenspause ein, nimmt Daseinsauszeit, geht auf ein Existenzsabbatical. Es ist doch alles positiv! Jetzt alle: Bosso fataka ü üü ü!