1. Überreden. Bis vor Kurzem waren die Parteien die besten Kandidaten-Lieferanten. Von der SP bis zur SVP traten sie mit offiziellen Vorschlägen zu den Gemeinderatswahlen an oder suchten in ihren Reihen nach geeignetem Personal für die zahlreichen Kommissionen.

Heute, da sich viele Ortsparteien auflösen, sind die Behörden selbst gefragt. Sie informieren über anstehende Wahlen, organisieren Podiumsdiskussionen und versuchen, Leute dazu zu bringen, ein Amt zu übernehmen.

Und manchenorts locken sie Polit-Muffel mit Gratis-Eintritten in die Badeanstalten oder Geld für einen Babysitter an die nächste Gemeindeversammlung.

2. Bezahlen. Reich wurde man noch nie mit einem politischen Amt. Dafür erntete man Ruhm und Ehre. Heute hingegen genießt ein Gemeinderat kein besonders hohes Ansehen mehr. Dafür werden die Aufgaben komplizierter, die Freizeit knapper.

Viele Schweizer Gemeinden bauen deshalb ihre Verwaltung aus, um den Milizpolitikern einen Teil der Arbeit abzunehmen. Andere zahlen ihren Amtsträgern eine höhere Entschädigung – oder sie machen aus dem Gemeindepräsidentenamt einen ordentlichen Job. So wie in Weesen, wo kürzlich das Arbeitspensum von 50 auf 80 Prozent erhöht wurde. Die Milizler werden zu Profis.

3. Fusionieren. Wer Personal und Kosten sparen will, muss fusionieren. Das wissen nicht nur Unternehmer, sondern auch Gemeindepräsidenten. 1850 gab es in der Schweiz 3.205 Gemeinden, im Jahr 2014 noch 2.352.

Auch die Weesner wollten mit ihrer Nachbargemeinde Amden fusionieren. Die Ammler mochten allerdings nicht. Ein typischer Fall. Viele Kommunen fusionieren erst in Notsituationen: wenn das Geld knapp wird, das letzte Mitglied aus dem Gemeinderat zurücktritt. Eine Fusion kann sich auch negativ auf die Dorfdemokratie auswirken: Besonders in kleinen Gemeinden sinkt die Wahlbeteiligung, und lokale Parteien verlieren noch stärker an Bedeutung.

4. Delegieren. Wenn gar nichts mehr geht, kommt der Kanton – und stellt die Gemeinde unter Zwangsverwaltung. Das geschieht, wenn eine Gemeinde in finanzielle Not gerät oder wenn sie ihre öffentlichen Ämter nicht mehr besetzen kann.

Dann übernimmt ein Sachwalter. Meist ein Angestellter einer Beratungsfirma, die sich auf öffentliche Verwaltung spezialisiert hat. Er erteilt Baubewilligungen oder entscheidet über dringende politische Geschäfte. Sein oberstes Ziel aber ist, dass sich die Gemeinde möglichst schnell wieder selber regiert. Konkret heißt das: einen geeigneten Kandidaten für das vakante Amt finden, der den Sachwalter überflüssig macht.