Ein neuer Film von ihm gehöre zu den Dingen, die man nicht erwartet habe, schrieb eine Kritikerin. Zwölf lange Jahre war der Regisseur komplett abgetaucht, und das, nachdem ihm zuvor ein phänomenaler Coup geglückt war. Kino-Zuschauer auf der ganzen Welt hatte er berührt, hatte sie weinen, lachen, staunen und mitfiebern lassen und dafür viele Preise gewonnen. Klar, dass alle dachten, jetzt legt er richtig los.

Stattdessen: Pause. Er sei "ein großer Regisseur, der fast keine Filme dreht", schrieb ein anderer Kritiker, und das trifft es gut. Denn auch seine Filme zuvor trotzten ja bewusst dem Mainstream und waren dabei sehr erfolgreich. Es gab jenes zärtlich-schräge Stadt-Panoptikum über Menschen auf der Suche nach dem Glück, in traumhaften Bildern und so zeitnah, dass der Filmtitel zum geflügelten Wort wurde. Dann ein Sozialdrama um eine verletzte Kinderseele, davor das Erstlingswerk, dazwischen zwei Kurzfilme.

Und nun, zwölf Jahre später, wieder ein genialer Wurf? Nicht ganz. Denn wenn auch die Kritik ihn lobte, dem Publikum schien das Thema vermutlich zu abseitig. Und doch, seine Künstler-Vita lässt sich ja auch so lesen: dass hier ein Einzelner sich traut, unbeirrt dem eigenen Anspruch zu folgen. Entstanden sind bleibende Schätze im Bilder-Einerlei, so komisch wie traurig, so klug wie empfindsam und stets den großen Themen auf der Spur. Liebe. Einsamkeit. Tod. Und deshalb warten wir jetzt geduldig auf sein Alterswerk, sei es in acht, zehn, 15 Jahren – egal. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 11:

Der Politiker Robert Blum (1807 bis 1848) vertrat Zwickau 1848 im Frankfurter Vorparlament und in der Nationalversammlung. In Wien kämpfte er mit den Aufständischen und wurde trotz seiner Immunität als Abgeordneter verurteilt und erschossen