Mit 60 gewann die Schachgroßmeisterin der Frauen, Gisela Fischdick, zum 16. (!) Mal die Deutsche Blitzschachmeisterschaft, selbstredend gegen wesentlich jüngere Konkurrentinnen. Offensichtlich kann die Biologielehrerin an einem Bielefelder Gymnasium nicht nur über eine gute Synapsenvernetzung im Gehirn dozieren, sondern diese auch im Praxistest demonstrieren. Dabei sind Blitzpartien, bei denen man nur fünf Minuten Bedenkzeit für die ganze Partie hat, eine Domäne der Jüngeren.

Gisela nahm von 1978 bis 1994 an acht Schacholympiaden der Frauen teil, wobei sie 1978 in Buenos Aires der deutschen Mannschaft sogar mit zur Bronzemedaille verhalf, dabei waren wir Männer beim gleichen Anlass schon so stolz auf unseren vierten Platz. In jedem Fall waren wir, Männer wie Frauen, damals mit Abstand die besten Amateure unter vielen Profiteams. An einem eigenartigen Ort für Schach, nämlich dem River-Plate-Stadion, über das zu dieser Zeit der Militärdiktatur in Argentinien Kampfjets flogen und am Sonntag schon mal Fußballfans ein Tor bejubelten. Sich hier zu konzentrieren war nicht ganz einfach.

Auch nicht in einer Partie der NRW-Liga 1993 gegen den Essener Sebastian Siebrecht. Scheinbar ist Gisela als Weiße am Zug hoffnungslos verloren, doch nach nur drei Zügen gab der heutige Großmeister auf. Warum?

Lösung aus Nr. 11:

Wie gewann Schwarz am Zug schnell?

Nach 1...Sg7! (auch 1...Sf4 war gut) mit Angriff auf den Turm e6 sah alles düster aus. Nach 2.Te6xe7 wurde der weiße König sogar mitten auf dem Brett matt: 2...Sf5+ 3.Ke4 Te2 matt