Guido Wolf, der verhinderte Landesvater von Baden-Württemberg, hat sich – schon kurz bevor er verhindert wurde – von seinen, nun ja, Anhängern wie folgt verabschiedet: "Ich fahre jetzt nachher nach Hause und entspanne mich noch in einer Art und Weise, über die ich jetzt nicht sprechen möchte." Das wirft Fragen auf. Erstens: Wie konnte ein Mann, der robust glaubt, er könne zugleich "jetzt" und "nachher" nach Hause fahren, je erwarten, man würde ihm so etwas Zerbrechliches anvertrauen wie ein Bundesland, das nur von einem Bindestrich zusammengehalten wird? Zweitens: Wie bekommt man die Bilder wieder aus dem Kopf, die Wolf einem in den Okzipitallappen gebrannt hat? Und drittens: Hat Winfried Kretschmann das Zeug zum Kevin Costner und hält fünf Jahre lang Der mit dem Wolf tanzt aus?

Wahrscheinlich muss er das gar nicht. Der US-Western endet so, wie nun der Deutsch-Südwestern enden könnte: Der Wolf bleibt auf der Strecke – und Der mit dem Wolf tanzt reitet mit seiner Braut davon. Und da sie im Film nicht Weint in die Kissen, sondern Steht mit einer Faust heißt, wird das in Stuttgart nicht die SPD, sondern die CDU sein. Die steht auch mit einer Faust – und ballt die andere in der Tasche.