Sie wurde in höchsten herrschaftlichen Kreisen geboren, allerdings an einem entlegenen Provinzort. Ihre frühe Heirat mit einem entfernten Verwandten sollte die Familie zusammenhalten und den Kreis der Anwärter auf das höchste Amt begrenzen. Bald fand sie Geschmack an Macht und Intrigen, beteiligte sich an einer Verschwörung gegen ihren regierenden Bruder und wurde verbannt.

Vielleicht wäre sie aus der Geschichte verschwunden, hätte man den Bruder nicht ermordet. Der neue Mann an der Macht, ihr Onkel, holte sie aus der Verbannung.

Nach einer kurzen zweiten Ehe mit einem reichen Politiker, den sie mithilfe einer Giftmischerin ins Jenseits beförderte, heiratete sie ihren Onkel. Nun war sie im Zentrum der Macht, besaß jedoch keine politischen Befugnisse. Ihren Anspruch, mitzuregieren, unterstrichen ein eigens für sie geschaffener Titel und ihr Bild auf Münzen. Schließlich setzte sie ihren Sohn, ihr einziges Kind, als Thronfolger durch und ehrte ihren Geburtsort mit einem Prädikat, das zum Namen der Stadt wurde. Mit dem Mord an ihrem Mann machte sie ihrem 17-jährigen Sohn den Weg an die Spitze frei.

Die herrschsüchtige Mutter wurde dem jungen, skrupellosen Tyrannen jedoch bald lästig. Ein erster Versuch, sich ihrer zu entledigen, schlug fehl: Sie rettete sich schwimmend von einem auf Untergang präparierten Schiff. Dann griff er zum unverhüllten Mord. Den Soldaten, die auf sie eindrangen, soll sie zugerufen haben: "Stoßt eure Schwerter dort in meinen Leib, wo das Scheusal hervorgekrochen ist!" Wer war’s?

Lösung aus Nr. 12:

Wolfgang Becker, geb. 1954, drehte Filme wie z. B. "Schmetterlinge" oder "Das Leben ist eine Baustelle". 2003 gelang ihm mit "Good Bye, Lenin!" der internationale Erfolgsfilm zum Mauerfall. 2015 meldete sich der Regisseur mit "Ich und Kaminski" zurück