Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/​Getty Images

Die sogenannte Fünf-Sekunden-Regel (manchmal sind es auch drei Sekunden) ist aus den USA zu uns herübergeschwappt, vor allem durch amerikanische Fernsehserien. Dort hechten dann die Darsteller zu dem Keks oder dem Stück Käse auf dem Boden, um es schnell innerhalb der Frist wieder aufzuheben. Aber diese Regel ist völliger Unsinn.

Die Frage dahinter lautet: Gibt es bei der Übertragung von Bakterien vom Boden auf das Lebensmittel einen Zeitfaktor?

Die Sache ist experimentell mehrfach untersucht worden, von Schülern, Fernsehsendern und sogar richtigen Wissenschaftlern. Sämtliche Untersuchungen stimmen darin überein, dass die Bakterien sich keine fünf und auch keine drei Sekunden Zeit lassen, sondern unmittelbar auf die Nahrung übersiedeln. Die Dauer der Exposition spielt offenbar keine Rolle.

Ist es denn überhaupt gefährlich, ein mit Keimen besiedeltes Nahrungsmittel zu verspeisen? Da sind andere Faktoren entscheidend.

Erstens: Tummeln sich überhaupt gefährliche Bazillen auf dem Boden? Fußböden sind erstaunlich sauber. Allenfalls muss man sich vor E.-coli-Bakterien fürchten, die über unsere Schuhe ins Haus gelangen (Stichwort Hundehaufen). Zweitens: Feuchte Lebensmittel nehmen mehr Bakterien auf als trockene. Und drittens: Ein Teppich mag Fusseln hinterlassen, aber auf glatten Oberflächen haben die Bakterien ein leichteres Spiel.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de.

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