Die Deutschen werden reicher. Das zeigt eine von der Bundesbank veröffentlichte Studie. Danach sind die Ersparnisse der Bundesbürger zwischen 2010 und 2014 um zehn Prozent gewachsen. Solche Durchschnittswerte können zwar täuschen, aber die Entwicklung in der Mitte der Gesellschaft ist tatsächlich positiv. Sortiert man alle Haushalte nach der Größe ihres Vermögens, dann verfügte der Haushalt in der Mitte im Jahr 2014 über 60.400 Euro. Vier Jahre zuvor betrug das Vermögen des mittleren Haushalts nur 51.000 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 18 Prozent. Zum Vergleich: In Italien sank das Medianvermögen im gleichen Zeitraum um 19 Prozent. Ein Zuwachs ist also keineswegs selbstverständlich. Erfasst wurden Vermögenswerte wie Sparguthaben, Immobilien oder Aktien minus Schulden.

Die positive Entwicklung hierzulande ist jedoch kein Grund, sich zurückzulehnen. Noch immer ist der Reichtum in Deutschland besonders ungleich verteilt. Das ist zum Teil ein Ost-West-Problem, der mittlere Haushalt im Osten besitzt bloß 24.800 Euro, der im Westen 80.000 (der italienische übrigens immer noch 138.000 Euro). Aber auch bundesweit gelingt es vielen Menschen nicht, überhaupt Ersparnisse zu bilden. Das ist eine Gefahr für den Zusammenhalt im Land, deshalb sollte jede Bundesregierung helfen, diese Kluft zu verringern.