"Solange man neugierig ist, trotzt man dem Alter", lautet ein Zitat von L. Lencester. Seit geraumer Zeit bekomme ich, kaum ist die neue Schachspalte erschienen, eine E-Mail von Philipp Stader, immerhin schon 87 Jahre alt. Darin teilt er mir mit dem Satz "Ich freue mich, dass mein Hirn noch funktioniert" die Lösung der Aufgabe mit. Immer richtig und immer vom Blatt gelöst. Offenbar muss er ein sehr starker Spieler (gewesen) sein.

Das war ganz sicher auch Carl Ahues, der 1968 mit 85 Jahren starb. Immerhin war er 1929 sogar "Meister von Deutschland" und nahm mit gutem Erfolg in den dreißiger Jahren an drei Schacholympiaden teil. Doch vor allem war er bis ins hohe Alter geistig äußerst beweglich, gewann mit 81 Jahren die Hamburger Blitzschachmeisterschaft, wo im wahrsten Sinne des Wortes "blitzschnelles" Erfassen und Reagieren erforderlich ist, und wurde in seinem letzten Lebensjahr mit 84 noch Clubmeister im Hamburger Schachklub von 1830. Sie sehen, heute werden Loblieder aufs Alter gesungen. Eine wunderschöne, mit prächtigen Opfern gespickte Kombination gelang Ahues allerdings schon im zarten Alter von 23 Jahren – 1907 in Dresden gegen Georg Schories. Scheinbar war Ahues als Weißer am Zug wegen der Fesselung seines Läufers b2 in einer fatalen Lage. Doch à la Houdini warf er seine Ketten ab und setzte den unantastbar in seiner Festung scheinenden schwarzen König sogar matt. Wie kam’s?

Lösung Nr. 13:

Welch herrlicher Zug gewann für Schwarz?

Das Ablenkungsopfer 1...Lh6! – 2.Dxh6 Tc2+ 3.Kd1 Df3+. Weiß versuchte noch 2.Txg6+ , gab aber nach 2...hxg6 wegen 3.Dxh6 Dh1+! matt auf. Übrigens hätte 1...Tc2+ 2.Kd1 Da1 3.Db8+! Lf8 4.Txg6+ hxg6 5.Kxc2 verloren