Jetzt ist Helene Fischer, Deutschlands beliebteste Schlagernixe, auch noch Mitglied des Kabinetts. Keine Sorge, liebe Dumpfegutelaunemusik-Phobiker, es handelt sich natürlich nicht um das Bundeskabinett, sondern um das Kabinett der Wachsfiguren auf der Reeperbahn mit dem schönen Namen Panoptikum.

In diesem Panoptikum also steht nun eine lebensgroße (oder sollte man bei ihr sagen: lebenskleine?) Figur von Helene Fischer, weil, wie der Direktor des Museums es ausdrückt, Fischer alle Altersgruppen von Kindern bis Senioren begeistert (dass es einen Unterschied gibt zwischen allen Altersgruppen und allen Menschen einer Altersgruppe, erwähnt der Direktor nicht). Fischers Ebenbild steht dort nun neben Weltfiguren wie Papst Benedikt, Friedrich dem Großen und der Queen. Die Entscheidung ist logisch. Denn Helene Fischer ist zwar (noch?) keine Weltfigur, aber der Stoff, aus dem sie nun besteht, passt besser zu ihr als zu jedem anderen.

Wachs kann eine ziemlich verformbare Materie sein – genau wie Helene Fischers Körper, schließlich hat sie eine Musical-Ausbildung hinter sich und turnt über die Bühne wie Fabian Hambüchen. Aber Fischer ist nicht nur was ihren Body angeht eine Verbiegungskünstlerin. Sie, die als Sechsjährige aus Russland nach Deutschland kam, hat es bis heute geschafft, sich nicht öffentlichkeitswirksam in der Flüchtlingsfrage zu äußern. In diesem Sinne ist es nur konsequent, Helene Fischer in erstarrter Pose zu musealisieren. Mit der echten Welt hat sie gerade herzlich wenig zu tun.