Vor 20 Jahren tritt in einem Konferenzsaal der Vereinten Nationen in Genf eine junge Frau ans Rednerpult. Ihr Herz schlägt schnell. Lange hat sie sich vorbereitet, Protokolle gewälzt und Argumente auf Karteikarten geschrieben. Gleich wird sie zum ersten Mal vor einer großen Gruppe von Diplomaten sprechen.

Es ist Herbst 1996, die UN-Wirtschaftskommission für Europa tagt. Die Delegationen streiten, ob Staaten ihre Bürger informieren müssen, wie es der Umwelt geht: Wenn eine Fabrik giftigen Qualm in die Atmosphäre pustet, hat der einzelne Bürger dann ein Recht darauf, es zu erfahren? Darf er vor Gericht ziehen, um Informationen einzuklagen?