Ein Kunde der amerikanischen Supermarktkette Target stürmte in das Kundendienstbüro einer Filiale in Minneapolis und beklagte sich, dass seine Tochter, die noch zur Schule ging, per Post Coupons für Babykleidung und Kinderbetten bekommen habe. "Wollen Sie sie ermutigen, schwanger zu werden?" Der Mitarbeiter entschuldigte sich zunächst – später stellte sich heraus, dass der Teenager bereits schwanger war.

Diese Anekdote wird immer wieder erzählt, um zu belegen, dass Computer manchmal mehr über uns wissen als unsere Nächsten. Das New York Times Magazine hatte sie 2012 in Umlauf gebracht. Warum aber hatte die Software die Coupons verschickt? Ganz einfach: Anhand von 25 Produkten ermittelt Target "Schwangerschaftspunkte". Kauft eine junge Frau mit Kundenkarte plötzlich unparfümierte Körperlotion, eine neue Umhängetasche, die auch als Wickeltasche fungieren könnte, oder Zink- und Magnesiumtabletten, so schnellt der Wert in die Höhe. Ab einem gewissen Punktestand schickt der Computer der Kundin eben Werbung für Babybedarf. Target behauptet sogar, irgendwann den Geburtstermin vorhersagen zu können.